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Final Fantasy VII: Dirge of Cerberus erschien am 26. Januar 2006 in Japan und am 15. August 2006 in den Vereinigten Staaten von Amerika. In Europa war es dann – mit der üblichen Verspätung – am 17. November 2006 soweit.

Allgemein

Bei Dirge of Cerberus handelt es sich nicht um ein Rollenspiel, sondern, geht es nach den Entwicklern, um ein sogenanntes “Gun Action RPG”. In der Spielpraxis funktioniert es wie ein 3rd-Person-Shooter mit Egoshooter-Elementen. Man bestreitet das Spiel zum allergrößten Teil mit Vincent Valentine. Lediglich in einem kurzen Abschnitt wird man Cait Sith steuern. Alle weiteren Charaktere kommen nur zu mehr oder minder langen Gastauftritten, wobei insbesondere die Rollen von Yuffie und Reeve hervorzuheben wären. Zu den alten Charakteren gesellen sich noch diverse neue Figuren, insbesondere auf Seiten der Gegner.

Dirge of Cerberus wurde oft mit Devil May Cry verglichen, wobei dieser Vergleich nicht völlig überzeugt. Bemängelt wurde am Gameplay der japanischen Version vor allem die Trägheit Vincents, sowie die ungenaue Steuerung die kein wirkliches Actiongefühl aufkommen ließ. Auch die “Konzentration auf die Handlung” wirkt störend, da die Ballereien ständig durch Story-Sequenzen unterbrochen werden. Insgesamt wurde das Spiel von der Presse als eher schlecht bezeichnet, auch die nachträglichen Verbesserungen für die westlichen Versionen vermochten nicht wirklich zu überzeugen.

Die Versionen

In der US-Version des Spiels gab es einige größere Änderungen. So fiel der Onlinemodus des Spiels komplett weg. Die Karten aus dem Onlinemodus wurden stattdessen für Einzelspieler umgebaut und werden als Bonusmissionen ins Spiel integriert. Auch am Gameplay wurde diverse Änderungen vorgenommen; Vincent bewegt sich deutlich (1,2 fach) schneller, verfügt über neue Aktionen und das Limit-Break-System wurde geändert. Weiterhin sind Extras wie Artwork-Galerien eingebaut worden.

Die Änderungen in der US-Version

In der US-Version (und auch in den europäischen Fassungen) wurde das Gameplay leicht verändert und angepasst. Das Spiel wird dadurch merklich actionbetonter und spielt sich flüssiger. Folgende Änderungen sind hervorzuheben:

  • Vincent ist ca. 1.2 mal schneller unterwegs
  • Wenn Vincent eine Waffe gezogen hat, wird er nicht mehr so stark gebremst
  • Vincent kann einen Doppelsprung ausführen
  • Vincent kann endlich auch in der Luft schießen
  • Dadurch werden coole neue Comboactionen möglich
  • Das Aufstehen wurde erleichtert und beschleunigt
  • Einige Moves wurden ersetzt
  • Das Limit-Break-System wurde überarbeitet

Außerdem wird das Spiel neu ausbalanciert. Der „Easy-Mode“ fällt weg, das Spiel läuft standardmäßíg auf „Normal“ oder in „Hard“. Hat man Dirge of Cerberus in beiden Schwierigkeitsgraden absolviert, wird ein neuer „Extra Hard“-Modus freigeschaltet. Eine weitere Besonderheit ist, dass nach dem ersten Durchspielen 40 neue Missionen und neue Waffenmodifikationen freigeschaltet werden.

Während man diese Bonusmissionen erledigt, werden nach und nach weitere Extras freigeschaltet, wie Artwork- und Sound-Gallerien, sowie ein Tool, mit dem man die Charaktermodelle betrachten kann.

Das ganze hat auch einen Haken: Der Online-Modus fällt in der US-Version weg. Tatsächlich stammen die 40 „neuen“ Missionen aus dem Online-Modus und wurden nur neu angepasst, damit man sie auch alleine spielen kann. Square Enix begründet diese Entscheidung damit, dass ihr PlayOnline-Dienst in den USA kaum benutzt werde, und der Online-Modus von Dirge of Cerberus weiterhin die PS2-Festplatte benötigt, die dort nicht verbreitet sei. Wenigstens unterstützt auch die US-Version Maus und Keyboard.

Die europäischen Versionen

In Europa wird es die US-Version geben, mit Untertiteln in Landessprache. Deutsch ist auf jeden Fall eine unterstützte Sprache, darüberhinaus sind es die üblichen Sprachen Französisch, Italienisch und Spanisch sein. Für den deutschsprachigen Markt tritt Koch Media als Publisher auf.

Square Enix will für Dirge of Cerberus eine „ordentliche“ PAL-Anpassung liefern. Zwar läuft das Spiel weiterhin nur mit 50 Hz, doch aufgrund einer Beschleunigung spielt es sich  annähernd genauso schnell wie die NTSC-Version. Auch fehlen PAL-Balken, wie man sie von Square-Enix-Spielen so leidlich kennt. Das ganze wird möglich, durch eine „neue“ Technik, die erstmals in dem Titel „Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Königs“ angewendet wurde. „Dragon Quest“ wurde für seine gute PAL-Anpassung von vielen Magazinen in Europa gelobt.

Obwohl für die meisten Konsolenspiele heute selbstverstänlich, ist dies für Square Enix ein Novum, welches einmal angesprochen werden sollte.

Stab und Synchronsprecher

Das Entwicklungsteam

Das Charakterdesign übernahm erneut Tetsuya Nomura, der u.a. auch bei Final Fantasy VII und den anderen Compilation-Titeln für das Charakterdesign verantwortlich war bzw. ist. Mit Yoshinori Kitase als Produzent war ein weiterer Veteran aus dem ursprünglichen Team von Final Fantasy VII an der Spielentwicklung beteiligt. Leider konnte man Nobuo Uematsu nicht als Komponisten gewinnen, stattdessen hat Masashi Hamauzu diesen Posten übernommen. Dieser liefert mit dem Dirge-of-Cerberus-Soundtrack eine sehr gute Arbeit ab, auch wenn es schade ist, dass die “klassischen” Melodien aus Final Fantasy VII keine Verwendung fanden.

Die japanischen Sprecher

  • Shougo Suzuki … Vincent Valentine
  • Hideo Ishikawa … Cait Sith
  • Banjo Ginga … Reeve Tuesti
  • Yumi Kakazu … Yuffie Kisaragi
  • Jouji Nakata … Vice und Grimoire Valentine
  • Orikasa Fumiko … Shelke
  • Asakawa Yuu … Shalua Rui
  • Kazuyuki Yama … Cid Highwind
  • Takahiro Sakurai … Cloud Strife
  • Ayumi Ito … Tifa Lockhart
  • Masahiro Kobayashi … Barret Wallace
  • Tessho Genda … Azul
  • Atsuko Tanaka … Rosso
  • Okiayu Ryotaro … Nero
  • Natsuki Rio … Lucrecia Crescent
  • Nachi Nozawa … Hojo
  • Gackt … G(enesis)

Die englischen Sprecher

  • Steve Blum … Vincent Valentine
  • Greg Ellis … Cait Sith
  • Jamieson Price … Reeve Tuesti
  • Mae Whitman … Yuffie Kisaragi
  • Dave Boat … Weiss (Vice)
  • Kari Wahlgren … Shelke
  • Kim Mai Guest … Shalua Rui
  • Chris Edgerly … Cid Highwind
  • Steve Burton … Cloud Strife
  • Rachael Leigh Cook … Tifa Lockhart
  • Beau Billingslea … Barret Wallace
  • Brad Abrell … Azul
  • Mary Elizabeth McGlynn … Rosso
  • Mike Rock … Nero
  • April Stewart … Lucrecia Crescent
  • Bob Joles … Grimoire Valentine
  • Paul Eiding … Hojo
  • Robin Atkin Downes … G(enisis)

Handlung im Überblick

Zur Geschichte des Spiels ist zu sagen, dass gänzlich neue Handlungsstränge in die Welt von Final Fantasy VII eingeschrieben werden. Das meiste, das in diesem Spiel “enthüllt” wird, wurde in Final Fantasy VII mit keinem Wort erwähnt, und erst nachträglich mit diesem Compilation-Teil hinzugefügt. Dies gilt insbesondere für Vincents Vergangenheit, die in Dirge of Cerberus vollständig aufgedeckt wird, aber kaum noch etwas mit dem zu tun hat, was man im ursprünglichen Spiel über ihn erfuhr. Die Handlung wird ergänzt durch das Handypspiel Dirge of Cerberus: Lost Episode welches nur in Japan und den USA erhältlich ist.

Der Titel des Spiels wurde von Vincents Waffe abgeleitet. Er bezieht sich auf den speziellen dreiläufigen Revolver namens Cerberus den Vincent benutzt. Kitase bekannte sich als großer Fan von Shootern wie Half Life und Medal of Honor und nannte dies als Grund dafür, mit Dirge of Cerberus einen Third-Person-Shooter zu entwickeln. Er betonte aber, dass Dirge of Cerberus auf keinen Fall ein reines Action-Spiel werden soll; vielmehr würden auch Rollenspiel-Elemente eingefügt und weiterhin gäbe es eine Konzentration auf die Handlung. Außerdem sagte Yoshinori Kitase, er wollte etwas ähnliches wie “Escape from New York” schaffen (Anm.: In Deutschland besser bekannt als “Die Klapperschlange”; Sci-Fi-Action mit Kurt Russell); dementsprechend actionreich und düster wird das Spiel sein. Zitat Kitase: “[…] die ganze Stadt Midgar wird von verrückten Überlebenden heimgesucht und du musst dich durch sie durch kämpfen.”