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Schweres Erdbeben erschüttert Japan

Ernsthafte Diskussionen über jede Art von gesellschaftlichen und kulturellen Ereignissen.

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Kefka

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Beitrag16.03.2011, 17:06

Soweit ich gelesen habe, sind keine menschen mehr vor Ort, da die Strahlenbelastung direkt an den AKWs tödlich ist (einige gut abgeschirmte Bereiche gibt es dank Beton aber sogar direkt im AKW noch). Daher hat man nun letztendlich doch um die Hilfe der Amerikaner gebeten, die man vorher noch aus Ehre und Stolz ausschlug.
Die Amerikaner haben nämlich Roboter für den Fall eines Nuklearkrieges entwickelt, so war es zumindest zu lesen. Diese können unter den aktuell herrschenden bedingungen einige rudimentäre Arbeiten leisten. Aber eso eine komplexe Arbeit, die jetzt eigentlich vor Ort bewerkstelligt werden müsste, um das ganze doch noch zu retten, werden die wohl nicht leisten können, es sind moderne Roboter, aber selbst unsere modernsten Roboter (die japan ja selbst herstellt, nur halt für solche Einsätze nie entwickelt hat) sind dafür noch zu grobmotorisch und zu uneigenständig.
Ich weiß nämlich nicht ob sich drahtlosverbindungen unter dieser Strahlenbelastung vom Piloten zum Bot zu 100% garantieren lassen.
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thauglor

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Kefka

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Beitrag16.03.2011, 19:53

Wenn das stimmt, dass da immernoch 50 Leute arbeiten, dann HUt ab vor den Leuten, aber mein größtes Mitgefühl deren Familien. Das ist ja noch schlimmer als alles andere, als Frau eines solchen Technikers vielleicht mit dem gemeinsamen Kind zu hause zu sitzen und genau zu wissen wo sich der Ehepartner gerade befindet und was er dort macht.
Wahsninn, einfach wahnsinn. Immer gesetzt den Fall natürlich, dass diese Meldung stimmt.
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Taake

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Beitrag16.03.2011, 20:07

Nun, da fällt mir nur ein Zitat von Spock ein:

"Das Wohl vieler ist wichtiger als das Wohl weniger ... oder eines Einzelnen."
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Lord-Oom

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Beitrag16.03.2011, 20:31

Einfach nur bewundernswert und heldenhaft was diese Menschen tun. Ich hoffe nur und wünsche es ihnen, dass dieser Mut und diese Selbstopferung den Super Gau verhindern oder wenigstens hinauszögern, damit mehr Menschen sich in Sicherheit bringen können...

Wenn es überhaupt noch möglich ist das Schlimmste zu verhindern.
Experten sagen, dass es allen Berechnungen zufolge in 48 Stunden kritisch wird :? :(

Kann das überhaupt noch verhindert werden? In mittlerweile vier Reaktoren scheint ja die Kühlung ausgefallen zu sein und möglicherweise auch die Kernschmelze begonnen zu haben. Selbst wenn man das jetzt kühlen würde, müsste man da nicht die Kühlung dauerhaft aufrecht erhalten? Das scheint mir wenn, man bedenkt dass das Territorium um Fukushima verstrahlt zu sein scheint und das schon eine temporäre Kühlung bisher kaum Erfolg hatte, gar unmöglich :?

Edit: Gerade gelesen, dass versucht wird eine Notstromleitung zu errichten, die das Kühlsystem in Fukushima wieder in Gang bringen soll.
Man kann also doch noch hoffen!
Zuletzt geändert von Lord-Oom am 01.01.1970, 01:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Anubis

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Beitrag16.03.2011, 21:07

Bleibt nur die Frage, wohin mit all den Japanern, wenns halt doch "kritisch" wird!?
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Maggot

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Beitrag16.03.2011, 21:15

Ich denke, Fukushima I muss aufgegeben werden. Die Kühlung aus der Luft mittels Hubschrauber ist nun auch fehlgeschlagen und irgendwelche Versuche, die Reaktoren doch noch zu kühlen, sind sehr kritisch. Ich will nur ins Gedächtnis bringen, was passieren würde, wenn das Kühlwasser in direkten Kontakt mit den Brennstäben kommt...Dann gute Nacht! Und so ausgeschlossen ist dass nicht, da ja in einigen Reaktoren die Schutzhüllen bereits beschädigt sein sollen...Es ist äußerste Vorsicht geboten...Wenn erst einmal das Kühlwasser verdunstet ist, kann man eigentlich keine Kühlung mehr vornehmen, da es sonst sofort zu einer Explosion kommen würde. Und die Brennstäbe in den Reaktoren 1-3 sollen ja nun mittlerweile frei liegen. In den Reaktoren 5 und 6 soll auch das Kühlsystem ausgefallen sein.

Man kann nun nichts mehr machen außer hoffen, dass es keine derartige Explosion wie in Tschernpobyl geben wird. Dann kann man noch hoffen, da das radioaktive Material "nur" in den Boden gelangt. So ist zwar das gesamte Gebiet um Fukushima über Jahrhunderte unbewohnbar, aber wenigstens würde dann das Material nicht Kilometer in die Atmosphäre geschleudert. Drücken wir alle die Daumen >.<

Ich bewundere auch die mittlerweile wieder in das Kraftwerk zurückgekehrten 50 Helden, die weiterhin ihr Bestes geben, um die Menschheit zu schützen...Ich hoffe, sie sind der Strahlung nicht so schutzlos wie damals die Helden von Tschernobyl ausgesetzt :cry:
Stellt euch einmal vor, in Tschernobyl haben Menschen die Trümmer auf dem Dach MIT SCHAUFELN heruntergeschaufelt...Diese Menschen konnten sich jeweils nur EINE MINUTE auf dem Dach aufhalten, sonst hätten sie sich einer tödlichen Strahlung ausgesetzt...Ein Hubschrauber ist einfach so vom Himmel gefallen, da er der Strahlung schutzlos ausgesetzt war! Das kann man sich gar nicht vorstellen...Ich hoffe, dass es in Fukushima noch nicht so schlimm ist...

Wer Interesse hat, kann sich ja einmal diese Dokumentation anschauen...Sehr interessant

http://www.youtube.com/watch?v=-TgczLGbZSA
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Alkaid

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Beitrag16.03.2011, 22:28

Ich beobachte jetzt schon seit Tagen BBC, selbst wenn vieles immer nur zusammen gefasst als Schleife läuft und kann nicht fassen was ich in den news höre.
Wenn ich schon kaum ein Auge deshalb zumache, wie muss es dann den Menschen dort gehen?
Mittlerweile sind 180 Arbeiter im Atomkraftwerk und versuchen dort in Reaktor 1 zu retten was geht. Allerdings ist die Radioaktive Strahlung die aus Reaktor 3 austritt nun scheinbar so hoch, dass man nicht mehr zu Reaktor 4 kann.
Dieser scheint unterdessen ein leck zu haben, Wasser tritt aus und ich will nicht issen was dadurch noch passieren kann.
Viele Menschen aos Tokyo flüchten mittlerweile nach süden, besonders Familien und die Menschen die dort in der Nähe keine Familienmitglieder doer Freunde haben die als vermisst gelten.
Falls Japan diese Katastrophe noch unter Kontrolle bekommen sollte, verdienen sie alle Hochachtung die sie bekommen können. In Pennsylvania gab es unterdessen einen teilweisen Meltdown, bei dem nicht so viel Strahlung nach außen trat, aber scheinbar wurden die Dinge dort wesentlich schlechter gehandhabt als in Japan.

Es ist zu bewundern wie ruhig die Leute dort trotz der Katastrophe bleiben, da kann ich dir nur zustimmen Maggot. Zum einen ist es wirklich bewundernswert, zum anderen erschreckend, denn ich bin mir fast sicher, dass bei uns im Westen darüber vermutlich eine Massenpanik ausbrechen würde.
Unglaublich was die Menschen dort derzeit aushalten und mit den Erdbeben scheint es auch kein Ende zu haben. Zum Glück hat sich der zweite Tsunami bisher noch nicht bewahrheitet.
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Kefka

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Beitrag16.03.2011, 23:03

Gerade jetzt wurde in "Hart aber fair" die hier bereits erwähnte Zahl von 50 opferbereiten Japanern bestätigt, welche immer wieder für kurze zeit in das Kraftwerk gehen, Arbeiten erledigen und sich dann für ne gewisse Zeit wieder zurückziehen. Ich denke mal die werden sich durchtauschen.
Diverse Größen sind anwesend und keiner hat der Aussage des anwesenden Nuklear-Experten widersprochen, dass diese 50 japaner definitiv ihr Todesurteil unterschirben haben, daran gibt es gar keinen Zweifel. Sie opfern sich tatsächlich für den Rest.

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Vendetta

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Beitrag16.03.2011, 23:10

Kefka hat geschrieben:Diverse Größen sind anwesend und keiner hat der Aussage des anwesenden Nuklear-Experten widersprochen, dass diese 50 japaner definitiv ihr Todesurteil unterschirben haben, daran gibt es gar keinen Zweifel. Sie opfern sich tatsächlich für den Rest.

Größten Respekt.


Ohh mein Gott! Wie schrecklich! :cry:

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Anubis

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Beitrag17.03.2011, 16:57

Diese 50 Japaner werden auf jeden Fall ein würdiges Denkmal kriegen, wenn Japan sich von dieser Katastrophe doch noch erholt und es nicht doch um ein Vielfaches schlimmer kommt.
Wenn die nukleare Bedrohung überwunden ist, muss allerdings erstmal wieder aufgebaut und die Wirtschaft in Gang gesetzt werden.
Frage mich, wo das ganze Geld herkommen soll, schließlich reden wir hier von so einigen Milliarden Euro :(
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Maggot

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Beitrag17.03.2011, 20:21

Es sollen nun schon 5 Mitarbeiter in Fukushima (aufgrund der Strahlung) gestorben sein...
Ich hoffe diese Nachricht bewahrheitet sich nicht... :cry: :cry: :cry:
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Shirio

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Beitrag17.03.2011, 23:28

Entscheidend ist erst einmal, dass die Katastrophe abgewendet wird. Gedanken wo man das Geld für einen Wiederaufbau herbekommt kann man sich dann noch machen.

Den Freiwilligenarbeitern muss man ihnen mit großen Respekt entgegenkommen, denn wer würde sich freiwillig für andere opfern? Davon reden können viele, aber es auch letztendlich tun ist eine große Aufgabe, besonders wenn man noch eine Familie hat.
Und auch wenn die 5 noch nicht gestorben sind ... sterben werden sie wohl so oder so. Und das ist ja auch das krasse, Die wissen ja eigentlich schon, dass sie tot sind, selbst wenn sie jetzt weggehen würden, aber vielleicht treibt sie das auch an, weiter zu arbeiten, da sie nichts mehr zu verlieren haben.
Und es ist ja toll, dass man ihnen Respekt zollt und auch ein Denkmal für sie errichtet werden wird, wenn es Japan wieder besser gehen würde, jedoch hilft das alles denen leider wenig.
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Maggot

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Beitrag18.03.2011, 10:14

Ist das auf die japanische Regierung bezogen oder auf uns? Denn was sollen wir kleinen unbedeutenden Menschen denn schon tun außer zu spenden? Wie gerne würde ich jetzt einfach nach Japan fliegen mit Essen, Trinken, Decken und Schlafsäcken um den Menschen in den Unglücksgebieten einfach zu helfen und bei ihnen zu sein...Aber was sollen wir schon tun? Ich finde das gehört sich schon, den Helden von Fukushima Respekt zu zollen...Wir können doch in dem Bezug eh keine Ratschläge geben leider...>.< Was die Regierung angeht...ich hoffe die machen das nicht nur, um ihr eigenes Gewissen zu beruhigen -____-
Zuletzt geändert von Maggot am 01.01.1970, 01:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Taake

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Beitrag18.03.2011, 13:35

Shirio hat geschrieben:Den Freiwilligenarbeitern muss man ihnen mit großen Respekt entgegenkommen, denn wer würde sich freiwillig für andere opfern? Davon reden können viele, aber es auch letztendlich tun ist eine große Aufgabe, besonders wenn man noch eine Familie hat.

Eine wirklich gute Frage. Ich denke sogar, dass es die größte Aufgabe, die sich ein einzelner Mensch auferlegen kann. Kann ich das Wohl anderer über mein eigenes Stellen und mit meinem Opfer (eventuell) viele andere - inklusive meiner Familie und Freunde - retten? Sicher, außerhalb einer Extremsituation kann man viel reden und behaupten, dass man natürlich sofort mit allen erdenklichen Mitteln helfen würde. Tritt eine tatsächliche Ausnahmesituation ein, werden wohl nur die wenigsten ihren Worten gerecht.
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undeadbliss

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Beitrag18.03.2011, 15:28

Der Mentalitätsaspekt spielt da auch ein bisschen eine Rolle, schätze ich. Ich denke tendenziell stehen die meisten Japaner ihrer eigenen Gesellschaft auch weitaus wohlwollender Gegenüber, verglichen mit den direkten persönlichen Bedürfnissen. Das ist auch die Einstellung die man auch aus vielen Aussagen Betroffener raushört, welche sagen, dass es ja weitergehen muss - was in meinen Ohren mehr nach " 'wir' müssen weitermachen" statt " wir, im Sinne von, 'jeder für sich' müssen ja weitermachen" klingt. Damit will ich die Entscheidung nicht abwerten, kein Stück - ich will nur sagen, dass wahrscheinlich dann in der akuten Situation, wo dann auch mehr Mentalität und Charakter hervortritt., es für mich nicht so unerwartet ist, dass sich da scheinbar ohne Probleme Leute gefunden haben, die bereit sind das zu tun.
Ich persönliche nehme Japaner zumindest als Menschen wahr, die im Großen und Ganzen ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen ernst nehmen.
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Taake

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Beitrag18.03.2011, 18:19

undeadbliss hat geschrieben:Der Mentalitätsaspekt spielt da auch ein bisschen eine Rolle, schätze ich.

Guter Einwand ... daher stimme ich dir da voll und ganz zu.

undeadbliss hat geschrieben:Ich denke tendenziell stehen die meisten Japaner ihrer eigenen Gesellschaft auch weitaus wohlwollender Gegenüber, verglichen mit den direkten persönlichen Bedürfnissen.

Das kann ich nicht einschätzen, da ich keine Japaner kenne. Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen, der bereits in Japan war bzw. Japaner näher kennt.

undeadbliss hat geschrieben:Ich persönliche nehme Japaner zumindest als Menschen wahr, die im Großen und Ganzen ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen ernst nehmen.

Ja, geht mir ähnlich. Wobei ich auch nicht ausschließen möchte, dass sich in Deutschland ebenfalls Freiwillige für einen solchen Ernstfall finden lassen würden.^^
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Shirio

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Beitrag18.03.2011, 18:43

Das kann sein, dass in Japan die gesellschaftliche Ordnung anders ist als hier. Man hatte ja auch immer wieder gehört, dass keiner panisch andere, bei einer Flucht, überfährt oder etwas in diese Richtung, sondern dass sie alle zusammen gehalten haben.
Aber ich kann mir diesen Zusammenhalt nicht vorstellen, und daher auch nicht, dass Leute ihr eigenes Leben zum Wohle der anderen opfern, bzw. weil es ihre gesellschaftliche Pflicht ist.


@Maggot: Ich meine eigentlich das ganze so:" Ist ja schön und toll, dass sie ein Denkmal bekommen, sterben werden sie trotzdem" Etwas hart formuliert.
Aber die Regierung könnte sich stärker für sie einsetzen, anstatt einfach am Ende sich bedanken dafür, dass es ein paar Freiwillige gab. Ich meine wie kann die Regierung denn das Schicksal des Landes in die Hände von Freiwilligen legen? Was wäre wenn es keine Helfer gäbe. Dann hätte man sicherlich größere Probleme.
Daher denke ich sollte man da weiterhin eingreifen, anstelle am Ende ein Denkmal zu setzen.

Aber wenn man sich so die Nachrichten anhört, dann wird meistens nur kurz am Rande erwähnt, dass da immer noch ein paar Arbeiten (finde ich jedenfalls so). Vorallem wird von den ganzen Katastrophen berichtet, aber auf den Respekt vor diesen Arbeitern wird nicht eingegangen.
Und auch toll sind die, die von der Katastrophe hören, aber dann nicht an Japan denken oder ähnliches, sondern sich Sorgen darum machen, ob die Strahlung nach Deutschland kommen könnte.
Das empfinde ich irgendwie ziemlich respektlos.
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Kefka

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Beitrag19.03.2011, 10:19

Russland erwägt bereits, die Japaner, falls es denn zu Massenevakuierungen kommt (die ja gut und gerne in die Millionen gehen können), in Sibirien unterzubringen. Es ist zwar kalt, aber im Norden Japans sind zur Zeit auch gut und gern -15 bis -20 Grad C. Zumindest wäre das Platzproblem gelöst. Die Frage kam ja hier im Thread berechtigterweise schon einmal auf: "Wohin mit all den Japanern?" Nach Sibiren, na ja, besser als im verstrahleten Norden japans. Vor allem weiß noch niemand wie stark Japan als ganzes noch verstrahlt wird in den nächsten Tagen/Wochen. Es ist ja keinesfalls so, dass jetzt alles besser wird und das gröbste überstanden ist. Eher umgekehrt.


Link zum Thema: http://www.newkerala.com/news/world/fullnews-171557.html
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Beitrag19.03.2011, 11:22

Kefka hat geschrieben:Russland erwägt bereits, die Japaner, falls es denn zu Massenevakuierungen kommt (die ja gut und gerne in die Millionen gehen können), in Sibirien unterzubringen. Es ist zwar kalt, aber im Norden Japans sind zur Zeit auch gut und gern -15 bis -20 Grad C. Zumindest wäre das Platzproblem gelöst. Die Frage kam ja hier im Thread berechtigterweise schon einmal auf: "Wohin mit all den Japanern?" Nach Sibiren, na ja, besser als im verstrahleten Norden japans. Vor allem weiß noch niemand wie stark Japan als ganzes noch verstrahlt wird in den nächsten Tagen/Wochen. Es ist ja keinesfalls so, dass jetzt alles besser wird und das gröbste überstanden ist. Eher umgekehrt.


Link zum Thema: http://www.newkerala.com/news/world/fullnews-171557.html


SIBIEREN?! Das meinen die nicht ernst :o dass dort Kriegsgefangene etc. in/nach dem 2. WK untergebracht wurden ist euch aber schon klar?
Mike Godwin sagt: „Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion nähert sich die Wahrscheinlichkeit für einen Vergleich mit Hitler oder den Nazis dem Wert Eins an.“
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Kefka

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Beitrag19.03.2011, 11:32

In manchen Situationen zählt der Praxisnutzen. Russland ist nicht die UDSSR und wir sind nicht Nazideutschland.
Was damals dort stattfand schön und gut. Aber manche Dinge ändern sich und am Ende sagt man vielleicht in 30 Jahren über Sibirien nicht mehr so böse Sätze oder beurteilt es so negativ, wie wir es heute tun. Vielleicht assoziiert dann jeder Sibiren mit der Rettung von Millionen von Japanern.
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undeadbliss

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Beitrag19.03.2011, 13:27

Außerdem scheint man in Russland nun auch endlich über den Russisch-Japanischen Krieg hinwegzusehen (oha da war ja mal was!), sodass das den Beigeschmack einer möglicherweise wieder begrüßenswerten Annäherung hat.
Außerdem möchte ich anbei erwähnen, dass Sibirien eine sehr große Fläche ist mit unterschiedlichen Klimazonen (Tundra im Norden, Steppe im Süden), Sibirien auch in der russischen Geschichte nie nur dazu da war um Gefangene dort hinzudeportieren (man mag es kaum glauben, aber da leben auch Einheimische!) - soll man wegen seiner Geschichte jetzt ganz Sibirien sperren oder wie? Die Reaktion find ich sehr übertrieben und ich würde mich eher bemühen die positiven Aspekte an dem Ganzen zu sehen.
Zuletzt geändert von undeadbliss am 01.01.1970, 01:00, insgesamt 1-mal geändert.
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thauglor

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Beitrag20.03.2011, 00:35

Taake hat geschrieben:
undeadbliss hat geschrieben:Ich denke tendenziell stehen die meisten Japaner ihrer eigenen Gesellschaft auch weitaus wohlwollender Gegenüber, verglichen mit den direkten persönlichen Bedürfnissen.

Das kann ich nicht einschätzen, da ich keine Japaner kenne. Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen, der bereits in Japan war bzw. Japaner näher kennt.



Ich denke, das kann man schon so stehen lassen. Gleichzeitig ist meine persönliche Meinung/Theorie aber, dass, je enger die Menschen aufeinander leben, desto weiter entfernen sie sich emotional voneinander. Gibt ja genug Studien zur sogenannten "Single-Gesellschaft" und Japan hat schließlich eine sehr hohe Bevölkerungsdichte... Ich glaube, dass viele der Arbeiter da keine richtige Familie haben und sich auch deswegen fürs größere Gut opfern.
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Nußkati

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Beitrag20.03.2011, 05:19

Ich glaube da ist viel dran, allerdings haben wir sicher nicht das ganze Ausmaß der Katastrophe erfahren – gut möglich, dass diese Arbeiter schon lebensbedrohlich verstrahlt wurden, bevor sie sich bewusst opferten.
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undeadbliss

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Beitrag20.03.2011, 17:26

Die andere Sache ist ja auch noch, dass wenn ich mich recht erinnere, bereits berichtet wurde, dass ein Großteil der Bevölkerung garnicht evakuiert werden könnte - soll heissen, dass die 50 Arbeiter im Einsatz auch kaum eine Alternative haben. Ich meine - sie haben die Möglichkeit was zu tun, wenn sie es nicht tun, erwischt es sie wahrscheinlich ebenso - und dass sie auch Familien haben, bestärkt den Grundgedanken. Für sie selbst gibt es so oder so wahrscheinlich keine guten Chancen. Die Konsequenzen wären so oder so für die wahrscheinlich die Gleichen, sie haben die Möglichkeit es aber für alle anderen zu verbessern. Es ist unterm Strich wahrscheinlich eine leichte Entscheidung - so gesehen finde ich es halt eher tragisch, dass diese 50 wahrscheinlich nicht wirklich eine Wahl hatten.
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